Die Calamondin, häufig auch als Mini-Orangenbaum bezeichnet, gehört zu den Zitruspflanzen, die sich wunderbar im Topf auf dem Balkon oder im Zimmer halten lassen. Sie bleibt vergleichsweise kompakt, trägt kleine orangefarbene Früchte und sieht mit ihrem immergrünen Laub das ganze Jahr über dekorativ aus.
Besonders schön finde ich, dass die Calamondin nicht nur eine Zierpflanze ist: Die Früchte sind essbar und lassen sich in der Küche vielseitig verwenden. Pur sind sie allerdings ziemlich sauer – verarbeitet zu Marmelade, Sirup oder anderen Rezepten sieht das schon ganz anders aus.
Was ist eine Calamondin?
Die Calamondin(Citrus × microcarpa) stammt ursprünglich aus Südostasien und ist eine Zitrushybride. Häufig wird sie als Kreuzung aus Mandarine und Kumquat beschrieben.
Optisch erinnert sie tatsächlich an einen kleinen Orangenbaum. Die Früchte bleiben jedoch deutlich kleiner und erreichen meist nur wenige Zentimeter Durchmesser. Zunächst sind sie grün und färben sich mit zunehmender Reife kräftig orange. Ein weiterer Pluspunkt: Die Calamondin wächst relativ kompakt und lässt sich deshalb gut dauerhaft im Kübel kultivieren.
Der richtige Standort
Die Calamondin mag es hell, warm und sonnig. Im Sommer darf sie deshalb gerne draußen auf dem Balkon stehen. Ein sonniger bis sehr heller Standort unterstützt nicht nur das Wachstum, sondern auch Blüten- und Fruchtbildung.
Nach der Überwinterung sollte sie allerdings nicht von heute auf morgen aus dem Winterquartier in die volle Mittagssonne gestellt werden. Die Blätter müssen sich erst wieder an die intensivere Sonneneinstrahlung gewöhnen. Ein schrittweises Eingewöhnen verhindert Sonnenbrand an den Blättern.
Ein etwas windgeschützter Platz ist ebenfalls von Vorteil – besonders dann, wenn der Baum bereits viele Früchte trägt.
Tipp: Wenn du keinen Balkon hast, fühlt sich die Calamondin auch in der Wohnung wohl. Suche ihr einen Platz, der im Winter kühl und hell ist. Z.b. im Schlafzimmer.
Calamondin richtig gießen
Beim Gießen braucht die Calamondin ein wenig Aufmerksamkeit. Der Wurzelballen sollte nicht vollständig austrocknen, dauerhaft nasse Erde verträgt die Pflanze aber ebenfalls nicht. Im Sommer kann der Wasserbedarf an warmen, sonnigen Tagen recht hoch sein. Deshalb lohnt es sich, regelmäßig zu prüfen, wie feucht die Erde noch ist. Statt nach einem festen Zeitplan zu gießen, orientiere ich mich lieber direkt am Substrat.
Calamondin düngen
Während der Wachstumszeit benötigt die Calamondin regelmäßig Nährstoffe. Dafür eignet sich ein spezieller Zitrusdünger, der unter anderem auf den erhöhten Bedarf an bestimmten Mineralstoffen abgestimmt ist. Wie häufig gedüngt werden sollte, hängt vom verwendeten Produkt ab. Statt grundsätzlich alle zwei Wochen zu düngen, würde ich mich deshalb an die Dosierungs- und Anwendungsempfehlung des jeweiligen Zitrusdüngers halten. Während einer kühlen Überwinterung wächst die Pflanze deutlich langsamer und benötigt entsprechend weniger beziehungsweise keinen zusätzlichen Dünger.
Muss eine Calamondin geschnitten werden?
Ein regelmäßiger starker Rückschnitt ist bei einer Calamondin normalerweise nicht notwendig. Zu lange, störende oder ungünstig wachsende Triebe können jedoch gekürzt werden.
Auch abgestorbene Zweige lassen sich entfernen. Ein leichter Formschnitt hilft außerdem dabei, die Krone kompakt zu halten – praktisch, wenn nicht unbegrenzt Platz zur Verfügung steht.
Wann muss die Calamondin umgetopft werden?
Spätestens wenn der Topf vollständig durchwurzelt ist, Wasser kaum noch aufgenommen wird oder die Pflanze im Verhältnis zum Topf deutlich zu groß geworden ist, wird es Zeit für einen neuen Topf.
Der neue Topf sollte dabei nicht gleich mehrere Nummern größer sein. Meist reicht es, den Durchmesser schrittweise zu erhöhen. Als Substrat eignet sich Zitruserde beziehungsweise eine lockere, gut durchlässige Erde. Besonders wichtig ist auch hier, dass überschüssiges Wasser zuverlässig ablaufen kann.
Calamondin überwintern
Da die Calamondin nicht winterhart ist, muss sie vor Frost geschützt werden. Ein heller und eher kühler Standort ist für die Überwinterung ideal. Temperaturen von ungefähr 5 bis 15 °C sind gut geeignet. Je wärmer die Pflanze überwintert, desto mehr Licht benötigt sie. Während der Wintermonate wird außerdem weniger gegossen. Der Wurzelballen sollte trotzdem nicht komplett austrocknen.
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Wann sind Calamondin-Früchte reif?
Das Schöne an Zitruspflanzen ist, dass man ihnen beim Reifen ziemlich lange zuschauen kann. Die Früchte entwickeln sich über mehrere Monate und wechseln dabei von Grün zu einem kräftigen Orange. Reife Früchte sind vollständig orange gefärbt und lassen sich schließlich ernten. Dass sie aussehen wie winzige süße Orangen, ist allerdings ein bisschen irreführend.
Info: die Früchte meiner Calamondin reifen über den Winter. Die Erntezeit beginnt etwa am Februar/März.
Kann man Calamondin essen?
Ja – die Schale ist essbar und aromatisch, während das Fruchtfleisch ausgesprochen sauer sein kann. Je nach Frucht kommt zusätzlich eine leicht bittere Note hinzu. Wer eine süße Mini-Orange erwartet und einfach hineinbeißt, dürfte deshalb erst einmal überrascht sein. Für die Verarbeitung ist das intensive Aroma dagegen richtig interessant.
Calamondin lässt sich zum Beispiel verwenden für:
- Marmelade und Gelee
- Sirup
- Chutneys
- Kuchen und Desserts
- Getränke und Cocktails
- Dressings und Saucen
Gerade wenn der eigene kleine Baum plötzlich voller reifer Früchte hängt, lohnt es sich, ein bisschen damit zu experimentieren.
Gelbe Blätter und Schädlinge
Gelbe oder fleckige Blätter können bei Zitruspflanzen verschiedene Ursachen haben. Möglich sind beispielsweise Probleme mit der Nährstoffversorgung, zu viel beziehungsweise zu wenig Wasser oder ungünstige Bedingungen während der Überwinterung.
Vor allem im Winterquartier lohnt sich außerdem ein regelmäßiger Blick auf die Blattunterseiten und Triebe. Schildläuse und Spinnmilben können bei Zitruspflanzen auftreten und werden am besten entdeckt, bevor sie sich stark ausbreiten.
Kleine Zitruspflanze mit großer Ernte
Für mich ist die Calamondin eine dieser Pflanzen, die gleich mehrere Dinge miteinander verbindet: Sie sieht auf dem Balkon schön aus, bringt mediterranes Flair zwischen die anderen Pflanzen und liefert gleichzeitig Früchte, mit denen man tatsächlich etwas anfangen kann. Und spätestens wenn zwischen dem dunkelgrünen Laub überall kleine orangefarbene Früchte hängen, versteht man auch, warum sie so häufig als Mini-Orangenbaum verkauft wird. Wer Zitruspflanzen im Topf ausprobieren möchte und nicht unbedingt Platz für einen riesigen Baum hat, bekommt mit der Calamondin deshalb einen ziemlich spannenden Kandidaten für den Balkon.
Rezepte mit Calamondin
Die eigene Ernte muss natürlich nicht nur am Baum hängen bleiben. Aus den säuerlich-aromatischen Früchten lassen sich verschiedene Rezepte zubereiten. Hier findest du meine Rezepte mit Calamondin aus eigener Ernte – von süß bis herzhaft.





