Der August fühlt sich auf dem Balkon jedes Jahr ein bisschen anders an. Einige Pflanzen stehen noch mitten im Sommer, andere zeigen schon deutlich, dass die Saison langsam weiterzieht. Gleichzeitig ist jetzt die Zeit, in der sich endlich ernten lässt, was über viele Wochen gewachsen ist – zumindest theoretisch. Denn nicht jede Ernte fällt auf einem Balkon üppig aus.
Bei mir gab es in diesem August deshalb keine riesigen Körbe voller Gemüse, dafür aber Tomaten, Rote Bete und sogar eigene Pfirsiche. Und während geerntet wurde, blühten an anderer Stelle Studentenblumen, Zwergflieder und eine überraschend groß gewordene Staudensonnenblume weiter.
Studentenblumen: Kleine Farbtupfer bis in den Spätsommer
Die Studentenblumen gehören zu den Pflanzen, die im August noch einmal richtig Farbe auf den Balkon bringen. Während andere Sommerblumen langsam müder werden, leuchten ihre gelben und orangefarbenen Blüten weiterhin zwischen den Töpfen.
Ich mag sie vor allem deshalb, weil sie unkompliziert sind und sich wunderbar zwischen Gemüse und andere Balkonpflanzen setzen lassen. Sie brauchen keinen eigenen großen Auftritt und sorgen trotzdem dafür, dass der Balkon auch zwischen Tomatentöpfen, Kräutern und abgeernteten Pflanzen noch sommerlich aussieht.
Und solange regelmäßig Verblühtes entfernt wird, können immer wieder neue Blüten nachkommen.
Sommerflieder: Little Ruby blüht
Auch der Sommerflieder gehört im August zu den Pflanzen, die noch einmal ordentlich Farbe auf meinen Balkon bringen. Bei mir wachsen mehrere kompakte Sorten aus der „Little“-Reihe im Kasten, darunter Little Ruby mit seinen kräftig pink-roten Blüten.
Sommerflieder ist allerdings eine Pflanze, bei der sich ein etwas genauerer Blick lohnt. Buddleja davidii ist dafür bekannt, sich über Samen stark ausbreiten zu können und wird deshalb aus ökologischer Sicht durchaus kritisch betrachtet. Auf meinem Balkon wächst er im Kasten und verblühte Rispen schneide ich ohnehin regelmäßig ab. So kann ich mich weiterhin an den Blüten freuen, ohne das Thema der möglichen Ausbreitung einfach auszublenden.
Und im August passt er mit seinen kräftigen Blütenfarben ziemlich gut zwischen all das Grün, das sich inzwischen auf dem Balkon angesammelt hat.
Wenige Tomaten sind auch eine Tomatenernte
Bei den Tomaten war dieser Sommer eher überschaubar. Von einer Ernte, bei der man plötzlich nicht mehr weiß, wohin mit all den Früchten, kann ich jedenfalls nicht berichten.
Aber: Es gab Tomaten
Und bei einem Balkongarten zählt für mich inzwischen auch das. Ein paar sonnengereifte Tomaten direkt von der Pflanze schmecken schließlich trotzdem gut – selbst wenn daraus weder zehn Gläser Tomatensoße noch ein großer Vorrat für den Winter wird.
Nicht jede Saison läuft gleich und nicht jede Pflanze liefert auf begrenztem Raum Rekordernten. Genau das gehört für mich zum Balkongärtnern dazu.
Pfirsichernte vom Zwergpfirsich
Deutlich mehr gefreut habe ich mich über die Pfirsiche. Einen eigenen Pfirsich vom Balkon zu pflücken, fühlt sich immer noch ein bisschen ungewöhnlich an – besonders wenn der Baum selbst gar nicht besonders groß ist.
Mein Zwergpfirsich hat tatsächlich mehrere Früchte bis zur Reife gebracht. Kleinere Obstgehölze sind für mich sowieso eines der schönsten Beispiele dafür, was selbst auf einem Balkon möglich ist. Die Pfirsiche lassen sich natürlich einfach direkt essen. Einen Teil meiner Ernte habe ich aber gleich weiterverarbeitet – unter anderem zu einem fruchtigen Pfirsich-Dressing für Salat.
So wird aus einer vergleichsweise kleinen Ernte trotzdem etwas Besonderes.
Rote Bete: Zeit, die Knollen aus der Erde zu holen
Auch die Rote Bete durfte im August aus ihrem Topf. Gerade bei Wurzelgemüse finde ich die Ernte immer besonders spannend, weil man bis zum Herausziehen nur ungefähr erahnen kann, was sich unter der Erde entwickelt hat. Auf dem Balkon müssen die Knollen dabei gar nicht riesig werden. Kleinere Rote Bete lässt sich genauso gut verwenden und hat den Vorteil, dass für den Anbau kein Gemüsebeet notwendig ist.
Meine Ernte wurde anschließend eingelegt. Mit einem einfachen Sud aus Essig, Wasser und Gewürzen lässt sich Rote Bete noch lange nach der eigentlichen Balkonsaison genießen.
Die Überraschung des Sommers: meine Staudensonnenblume
Eine der größten Überraschungen steht allerdings nicht auf dem Ernteplan. Im vergangenen Jahr hatte ich im Gartencenter eine kleine Sonnenblume gekauft. Sie blieb eher unscheinbar, überwinterte dann aber tatsächlich im Topf. In diesem Jahr kam sie wieder – und offenbar hatte sie beschlossen, dass „kleine Sonnenblume“ nicht länger zu ihr passt. Inzwischen ist sie ungefähr dreimal so groß wie im vergangenen Jahr und blüht wieder.
Besonders schön: Die Blüten gefallen nicht nur mir. Auch Insekten beschäftigen sich ausgiebig mit ihr. Genau solche kleinen Momente mag ich am Balkongarten. Man pflanzt etwas, weiß manchmal selbst nicht ganz genau, was daraus wird – und ein Jahr später steht plötzlich eine große Staude auf dem Balkon und wird zum Insektenrestaurant.
Meine Empfehlungen für den Balkongarten
Viele der Pflanzen in diesem Beitrag wachsen bei mir schon seit mehreren Monaten. Dafür nutze ich verschiedene Pflanzgefäße, Gartenhelfer und Zubehör, die sich auf meinem Balkon bewährt haben.
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Der August zwischen Ernten und Weiterblühen
Der August war damit kein Monat der riesigen Erntemengen. Aber eigentlich zeigt gerade das ziemlich gut, was meinen Balkongarten ausmacht.
Ein paar Tomaten hier, Rote Bete dort, reife Pfirsiche am kleinen Baum. Dazwischen Studentenblumen, ein blühender Zwergflieder und eine Sonnenblume, die sich überraschend als mehrjährige Staude entpuppt hat. Nicht alles muss auf wenigen Quadratmetern möglichst viel Ertrag bringen. Manche Pflanzen landen auf dem Teller, manche sorgen für Blüten – und manche sind plötzlich vor allem für die Hummeln interessant.
Und während der Sommer langsam Richtung September geht, ist auf dem Balkon deshalb noch lange nicht Schluss.












