Endlich ist es so weit: Die ersten Tomaten sind reif, die Kräuter wachsen schneller nach, als du sie verwenden kannst, und vielleicht wartet auch die eine oder andere Zucchini, Gurke oder Rote Bete auf ihre Ernte. Selbst auf einem kleinen Balkon kann im Laufe des Sommers einiges zusammenkommen.
Natürlich schmeckt vieles direkt nach der Ernte besonders gut. Doch manchmal wird mehr gleichzeitig reif, als gerade auf den Teller passt. Und auch kleinere Mengen müssen nicht im Kühlschrank liegen bleiben, bis sie irgendwann vergessen werden.
Zum Glück brauchst du keine riesige Ernte aus dem eigenen Garten, damit sich die Verarbeitung lohnt. Ein Bund Kräuter kann zu Pesto werden, eine Schale Beeren zu Marmelade und ein paar Rote Bete lassen sich wunderbar einlegen. Mit den passenden Methoden kannst du deine Ernte länger nutzen – und manchmal sogar noch Monate später etwas vom Balkonsommer haben.
Frisch genießen und direkt verarbeiten
Die einfachste Möglichkeit ist natürlich, die Ernte direkt zu verwenden. Tomaten, Gurken, Paprika und Radieschen wandern bei mir oft ohne große Umwege vom Balkon in die Küche.
Gerade bei kleinen Erntemengen ist das häufig die beste Lösung. Aus ein paar Tomaten wird ein Salat, frische Kräuter kommen über Kartoffeln oder in einen Kräuterquark und Beeren landen im Müsli oder werden direkt vom Strauch genascht.
Es lohnt sich außerdem, vor dem Wegwerfen von Pflanzenteilen genauer hinzusehen. Bei einigen Gemüsesorten sind nicht nur die Teile essbar, die normalerweise im Supermarkt angeboten werden. Auch Radieschenblätter oder die Blätter und Stiele von Roter Bete können beispielsweise in der Küche verwendet werden. So lässt sich manchmal deutlich mehr von der eigenen Ernte nutzen, als man zunächst denkt.
Einfrieren – schnell Vorräte anlegen
Einfrieren gehört zu den unkompliziertesten Möglichkeiten, einen Teil der Ernte für später aufzubewahren. Besonders praktisch ist, dass sich auch kleine Portionen einfrieren lassen.
Beeren kannst du beispielsweise zunächst einzeln auf einem Teller oder Tablett vorfrieren und anschließend gemeinsam in einen Behälter geben. Dadurch kleben sie weniger stark aneinander und du kannst später genau die Menge entnehmen, die du brauchst. Auch Kräuter lassen sich einfrieren. Je nach späterer Verwendung kannst du sie vorher klein schneiden und portionsweise aufbewahren. Eiswürfelformen eignen sich dafür ebenfalls gut.
Bei Gemüse hängt die Vorbereitung von der jeweiligen Sorte ab. Bohnen werden beispielsweise vor dem Einfrieren meist kurz blanchiert. Deshalb lohnt es sich, vorher nachzuschauen, welche Vorbereitung für deine jeweilige Ernte sinnvoll ist.
Und auch wenn im Gefrierschrank eigentlich alles übersichtlich aussieht: Beschriften lohnt sich. Sorte und Datum auf dem Behälter ersparen einige Monate später das Rätselraten.
Praktische Helfer: Gefrierdosen, wiederverwendbare Gefrierbeutel, Eiswürfelformen und Etiketten.
Marmelade und Gelee – Sommer im Glas
Erdbeeren gehören zu den Klassikern auf dem Balkon, aber auch Himbeeren, Johannisbeeren oder andere Beeren lassen sich gut in Kübeln anbauen. Wenn die Ernte größer ausfällt, sind Marmelade und Gelee eine schöne Möglichkeit, sie länger aufzubewahren.
Dabei muss der große Einkochtopf nicht erst für mehrere Kilogramm Obst hervorgeholt werden. Auch aus kleineren Mengen lässt sich ein Glas Marmelade kochen. Gerade für die Balkongarten-Ernte finde ich solche kleinen Portionen praktisch. Spannend wird es außerdem, wenn verschiedene Früchte gleichzeitig reif werden. Kleine Restmengen lassen sich miteinander kombinieren, anstatt darauf zu warten, dass von einer Sorte genügend zusammenkommt.
Für sauberes Arbeiten sind passende Gläser wichtig. Ein Marmeladentrichter erleichtert das Abfüllen und verhindert, dass der Glasrand voller Marmelade landet.
Praktische Helfer: Kleine Schraubgläser, Marmeladentrichter, Küchenwaage und Etiketten.
Pesto – perfekt für kleinere Erntemengen
Pesto ist wie gemacht für den Balkongarten. Du brauchst dafür keine kiloweise Ernte – schon eine gute Handvoll Kräuter oder Blattgemüse reicht für ein kleines Glas.
Der Klassiker ist Basilikum, doch dabei muss es nicht bleiben. Je nachdem, was gerade auf deinem Balkon wächst, kannst du beispielsweise auch Rucola oder Petersilie verwenden. Selbst essbare Blätter von Gemüse können eine Grundlage für Pesto sein. Radieschenblätter oder Rote-Bete-Blätter bekommen so noch einen eigenen Auftritt in der Küche. Das ist besonders praktisch, wenn eine Pflanze plötzlich sehr üppig wächst oder bei der Gemüseernte Blätter anfallen, die sonst vielleicht auf dem Kompost landen würden.
Frisches Pesto lässt sich direkt verwenden. Möchtest du einen Teil für später aufheben, kannst du es auch portionsweise einfrieren. Kleine Behälter oder Eiswürfelformen sind dafür besonders praktisch: So musst du später nicht gleich ein ganzes Glas auftauen.
Praktische Helfer: Ein kleiner Mixer oder Zerkleinerer, Schraubgläser sowie kleine Gefrierbehälter oder Eiswürfelformen.
Kräuter trocknen und später weiterverwenden
Thymian, Oregano, Rosmarin, Salbei oder Minze können im Sommer ordentlich wachsen. Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem selbst der größte Kräuterfan nicht mehr alles frisch verbrauchen kann.
Trocknen ist dann eine einfache Möglichkeit, einen Vorrat anzulegen. Je nach Kraut kannst du kleine Bündel zusammenbinden und an einem trockenen, luftigen Ort aufhängen. Alternativ lassen sich Kräuter auf einem geeigneten Gitter oder in einem Dörrautomaten trocknen. Wichtig ist vor allem, dass sie vollständig durchgetrocknet sind, bevor du sie in Gläser füllst. Restfeuchtigkeit kann dazu führen, dass sich Schimmel bildet.
Nach dem Trocknen kannst du die Kräuter entweder im Ganzen aufbewahren oder zerkleinern und in Gewürzgläser füllen. So steht die eigene Kräuterernte auch im Winter noch in der Küche.
Neben Kräutern lassen sich beispielsweise auch Chilis und Tomaten gut trocknen.
Praktische Helfer: Dörrgitter oder Dörrautomat, luftdicht verschließbare Gläser und Etiketten.
Gemüse einlegen
Einlegen ist eine weitere Möglichkeit, Gemüse länger haltbar zu machen. Besonders bekannt sind natürlich eingelegte Gurken, doch auch andere Gemüsesorten kommen dafür infrage.
Zum Beispiel:
- Rote Bete
- Gurken
- Zucchini
- Radieschen
- Paprika
Gerade bei Roter Bete ist das praktisch, weil bereits wenige Knollen für ein oder zwei Gläser ausreichen können. Damit passt auch diese Methode gut zu kleineren Erntemengen vom Balkon.
Je nach Rezept werden Gemüse, Essig, Wasser, Salz oder Zucker und verschiedene Gewürze miteinander kombiniert. Welche Mengen und Arbeitsschritte notwendig sind, hängt vom jeweiligen Gemüse und der gewünschten Haltbarkeit ab. Beim Haltbarmachen solltest du dich deshalb immer an ein erprobtes Rezept halten und sauber arbeiten.
Praktische Helfer: Schraub- oder Einmachgläser, Einfülltrichter und Etiketten.
Samen für die nächste Saison gewinnen
Nicht alles, was du erntest, muss in der Küche landen. Bei geeigneten Pflanzen kannst du einen Teil der Samen für die nächste Gartensaison aufbewahren.
Das funktioniert beispielsweise bei vielen Tomaten, Bohnen, Erbsen, Salaten und zahlreichen Blumen. Allerdings gibt es Unterschiede: Bei F1-Hybriden können die Pflanzen aus selbst gewonnenem Saatgut andere Eigenschaften haben als die ursprüngliche Pflanze. Möchtest du bestimmte Eigenschaften erhalten, sind samenfeste Sorten die bessere Wahl.
Auch die Samengewinnung selbst unterscheidet sich von Pflanze zu Pflanze. Während trockene Bohnen oder Erbsen recht unkompliziert sind, benötigen beispielsweise Tomatensamen ein wenig mehr Vorbereitung.
Vor der Lagerung sollten die Samen ausreichend trocken sein. Anschließend kannst du sie in kleinen Papiertütchen dunkel und trocken aufbewahren. Eine Beschriftung mit Sorte und Erntejahr verhindert spätestens im nächsten Frühjahr Verwirrung.
So kann aus der diesjährigen Ernte gleichzeitig der Anfang der nächsten Balkonsaison werden.
Teilen und verschenken
Manchmal hilft die beste Vorratsplanung nichts. Eine Pflanze produziert plötzlich mehr, als man selbst essen oder verarbeiten möchte. Dann darf die Ernte natürlich auch einfach weiterziehen. Ein paar Tomaten für die Nachbarn, Kräuter für Freunde oder eine kleine Tüte frisch geernteter Bohnen finden häufig schnell Abnehmer.
Auch bereits verarbeitete Ernte eignet sich zum Verschenken. Ein kleines Glas selbst gemachte Marmelade, getrocknete Kräuter oder Pesto sind schöne Mitbringsel – besonders, wenn die Zutaten auf dem eigenen Balkon gewachsen sind.
Welche Methode passt zu meiner Ernte?
Du musst nicht für jede Methode eine komplette Ausstattung anschaffen. Überlege zunächst, was auf deinem Balkon tatsächlich wächst und welche Überschüsse bei dir regelmäßig entstehen. Hast du viele Kräuter, können ein paar Schraubgläser (Amazon)* und Gefrierbehälter (Amazon)* bereits ausreichen.
Auch ein paar einfache Küchenhelfer können die Verarbeitung erleichtern. Etiketten (Amazon)* und ein wasserfester Stift (Amazon)* helfen dabei, Vorräte mit Inhalt und Datum zu beschriften. Mit einer Küchenwaage (Amazon)* lassen sich auch kleinere Erntemengen genau abwiegen, während ein kleiner Multizerkleinerer (Amazon)* beispielsweise für selbst gemachtes Pesto praktisch ist. Ein Einfülltrichter (Amazon)* erleichtert das saubere Befüllen von Gläsern und Eiswürfelformen (Amazon)* eignen sich gut, um Kräuter oder Pesto in kleinen Portionen einzufrieren.
Größere Geräte wie ein Dörrautomat oder Vakuumierer müssen dagegen nicht gleich zur Grundausstattung gehören. Sie können später dazukommen, wenn du merkst, dass du eine bestimmte Methode regelmäßig nutzt. Für die ersten Versuche reichen häufig die Dinge aus, die ohnehin schon in der Küche vorhanden sind.
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Kleine Ernte, viele Möglichkeiten
Ernte verarbeiten und haltbar machen klingt schnell nach einem großen Gemüsegarten, vollen Obstbäumen und einem Keller voller Einmachgläser. Dabei lohnt es sich auch auf dem Balkon. Gerade hier fallen oft kleinere Mengen an: eine Handvoll Kräuter, ein paar Rote Bete, eine Schale Erdbeeren oder plötzlich doch mehr Bohnen als erwartet. Daraus müssen keine riesigen Vorräte entstehen.
Ein kleines Glas Pesto, eine Portion Kräuter im Gefrierschrank oder zwei Gläser Marmelade reichen völlig aus. Und wenn du deine Ernte einige Wochen oder Monate später wieder aus dem Vorrat holst, hat sich der kleine zusätzliche Aufwand gleich doppelt gelohnt.



















