Der Oktober ist auf meinem Balkon eine interessante Mischung aus Sommer und Herbst. Während einige Pflanzen noch immer blühen, wächst an anderer Stelle bereits das Gemüse für die kühlere Jahreszeit. Grünkohl, Pak Choi, Mangold und Salat haben jetzt ihren großen Auftritt. Und auch die letzten Blüten sorgen noch für Farbe zwischen den vielen Grüntönen.
Von einer ruhigen Herbstpause ist auf meinem Balkongarten jedenfalls noch nicht viel zu merken. Es gibt weiterhin einiges zu entdecken, zu ernten und natürlich auch zu erledigen.
Tagetes: Ein bisschen Sommer im Oktober
Die Tagetes gehören zu den Pflanzen, die sich vom Herbst bisher wenig beeindrucken lassen. Ihre leuchtend orange-roten Blüten fallen zwischen dem vielen Grün sofort auf und bringen noch einmal richtig Farbe auf den Balkon. Besonders schön finde ich die zweifarbigen Blüten mit ihrer dunkelroten Mitte und den kräftig orangefarbenen Rändern. Sie wirken fast ein bisschen herbstlich und passen damit wunderbar in den Oktober.
Solange die Temperaturen mitspielen, können Tagetes noch länger blühen. Verblühte Blüten entferne ich regelmäßig, damit die Pflanzen ihre Energie möglichst in neue Knospen stecken. Bei den ersten stärkeren Frösten ist mit der Blütenpracht allerdings Schluss.
Bis dahin dürfen sie gerne noch ein bisschen Sommerstimmung verbreiten.
Grünkohl: Jetzt beginnt seine Zeit
Während viele Sommergemüse langsam ihre Saison beenden, fühlt sich der Grünkohl bei den kühleren Temperaturen erst richtig wohl. Mein Grünkohl hat inzwischen ordentlich Blattmasse entwickelt. Die stark gekrausten, hellgrünen Blätter sehen nicht nur schön aus, sondern versprechen auch die eine oder andere Ernte.
Grünkohl eignet sich erstaunlich gut für den Anbau im Kübel, sofern er ausreichend Platz für seine Wurzeln bekommt. Gerade im Herbst ist er eine dankbare Pflanze, denn niedrige Temperaturen machen ihm vergleichsweise wenig aus. Mit der Ernte kann ich nach und nach beginnen. Dafür werden zunächst die unteren, größeren Blätter abgeschnitten, während das Herz der Pflanze stehen bleibt. So können weitere Blätter nachwachsen.
Oft heißt es, Grünkohl müsse vor der Ernte unbedingt Frost abbekommen haben. Ganz so einfach ist es allerdings nicht. Kühle Temperaturen können den Geschmack milder und süßlicher machen, zwingend notwendig ist Frost für die Ernte aber nicht.
Pak Choi: Frisches Blattgemüse für die Herbstküche
Auch der Pak Choi entwickelt sich im Oktober noch richtig schön. Seine dunkelgrünen Blätter und die hellen, fleischigen Blattstiele bilden einen tollen Kontrast. Ich finde Pak Choi gerade für den Balkongarten interessant, weil er vergleichsweise schnell wächst und nicht besonders viel Platz benötigt. Außerdem lässt er sich vielseitig in der Küche verwenden.
Die kühleren Herbsttemperaturen kommen ihm entgegen. Im Hochsommer kann Pak Choi bei Hitze und langen Tagen schnell in Blüte gehen. Im Spätsommer und Herbst sind die Bedingungen für den Anbau häufig günstiger. Geerntet werden können entweder einzelne äußere Blätter oder die gesamte Pflanze. Wer regelmäßig kleinere Mengen benötigt, kann die äußeren Blätter vorsichtig abschneiden und die Mitte weiterwachsen lassen. Besonders gerne verwende ich Pak Choi in Gemüsepfannen. Die Blattstiele bleiben beim kurzen Anbraten angenehm knackig, während die grünen Blätter nur wenig Garzeit benötigen.
Malve: Eine letzte Blüte vor dem Winter?
Zwischen all dem Gemüse gibt es noch einen weiteren Farbtupfer: die Malve. Ihre violett-rosa Blüte mit den dunkleren Adern ist für mich ein schönes Beispiel dafür, dass der Balkon im Herbst keineswegs langweilig aussehen muss.
Malven sind nicht nur hübsche Blühpflanzen. Ihre offenen Blüten werden auch von verschiedenen Insekten besucht. Gerade an milden Herbsttagen kann es deshalb sinnvoll sein, spät blühende Pflanzen noch stehen zu lassen. Je nach Art und Witterung blühen manche Malven bis weit in den Herbst hinein. Auch wenn die Hauptblütezeit längst vorbei ist, können sich immer wieder einzelne Blüten zeigen.
Ich lasse die Pflanze deshalb vorerst in Ruhe und freue mich über jede weitere Blüte.
Mangold und Rote Bete: Farbenfrohes Gemüse bis in den Herbst
Mangold und Rote Bete gehören für mich zu den schönsten Gemüsepflanzen auf dem Balkon. Mit ihren kräftigen grünen Blättern und den leuchtend roten Stielen bringen sie auch ohne Blüten Farbe zwischen die anderen Pflanzen. Die beiden sind übrigens eng miteinander verwandt. Während beim Mangold hauptsächlich die Blätter und Stiele geerntet werden, ist es bei der Roten Bete vor allem die Knolle. Aber auch ihre jungen Blätter sind essbar und lassen sich ähnlich wie Mangold zubereiten.
Im Oktober können beide Pflanzen bei mildem Wetter noch weiterwachsen, wenn auch langsamer als im Sommer. Beim Mangold lassen sich regelmäßig die äußeren Blätter ernten, während die jüngeren Blätter in der Mitte stehen bleiben. So ist über einen längeren Zeitraum eine Ernte möglich. Bei der Roten Bete lohnt es sich dagegen, etwas Geduld zu haben. Die Knollen können im Herbst noch an Größe zulegen, solange die Temperaturen mitspielen. Einzelne Blätter lassen sich ebenfalls ernten, allerdings nicht zu viele auf einmal, damit die Pflanze weiterhin genügend Energie für die Knollenbildung hat.
Beide Pflanzen vertragen leichte Fröste, sind im Topf aber empfindlicher gegenüber länger anhaltender Kälte. Deshalb behalte ich die Temperaturen im Blick und versuche, die Ernte rechtzeitig vor stärkeren Frösten abzuschließen. In der Küche lassen sich Mangold und Rote Bete wunderbar kombinieren. Die Blätter können beispielsweise gemeinsam in einer Gemüsepfanne landen, während die Rote-Bete-Knollen geröstet, gekocht oder für einen herbstlichen Salat verwendet werden können.
Kohl: Ein kleiner Kohlkopf auf dem Balkon
Ein weiterer Kandidat in meinem herbstlichen Gemüsegarten ist Kohl. Genauer gesagt: entweder Weißkohl oder Spitzkohl. Denn ich habe in diesem Jahr beide Sorten angebaut und bin mir bei dieser Pflanze gerade nicht ganz sicher, welche es ist. Noch lässt sich das anhand des jungen Kohlkopfes nicht eindeutig erkennen. Die großen, blaugrünen Blätter umschließen inzwischen einen kleinen Kopf, der sich langsam weiterentwickelt. Ob daraus ein eher runder Weißkohl oder ein länglicher Spitzkohl wird, dürfte sich in den nächsten Wochen zeigen.
Besonders spannend finde ich es, dabei zuzusehen, wie aus den zunächst locker wachsenden Blättern langsam ein kompakter Kohlkopf entsteht. Beide Kohlformen benötigen etwas mehr Platz als viele andere Blattgemüse. Trotzdem lassen sie sich auch im Kübel anbauen, wenn dieser ausreichend groß ist und die Pflanzen gleichmäßig mit Wasser und Nährstoffen versorgt werden.
Im Herbst profitieren sie von den kühleren Temperaturen. Bis zur Ernte braucht es allerdings etwas Geduld. Und vielleicht weiß ich bis zur Ernte dann auch endlich, welchen Kohl ich hier eigentlich vor mir habe.
Salat: Frisches Grün auch im Oktober
Auch Salat gehört im Oktober noch auf meinen Balkon. Die frischen, hellgrünen Blätter sehen richtig appetitlich aus. Gerade jetzt, wenn viele Sommerpflanzen langsam verschwinden, freue ich mich über jedes Gemüse, das weiterhin wächst.
Salat ist für den Herbstanbau besonders interessant, weil viele Sorten mit kühleren Temperaturen gut zurechtkommen. Allerdings wachsen die Pflanzen bei abnehmendem Tageslicht zunehmend langsamer. Je nach Sorte kann Salat entweder als ganzer Kopf oder blattweise geerntet werden. Bei Pflücksalaten lassen sich die äußeren Blätter regelmäßig entfernen, sodass aus der Mitte neue nachwachsen können.
Und weil Salat direkt frisch vom Balkon besonders gut schmeckt, wird er vermutlich nicht mehr allzu lange stehen bleiben.
Was im Oktober sonst noch auf dem Balkon zu tun ist
Neben der Ernte und der Freude über die letzten Blüten stehen im Oktober einige Vorbereitungen für die kalte Jahreszeit an. Beim Gießen verändert sich langsam die Routine. Die Pflanzen benötigen bei kühleren Temperaturen weniger Wasser als im Sommer. Trotzdem sollte die Erde regelmäßig kontrolliert werden, denn gerade unter einem überdachten Balkon erreicht Regen die Töpfe häufig nicht.
Verblühte Sommerpflanzen können nach und nach entfernt werden. Gesunde Pflanzenreste lassen sich kompostieren, während manche Samenstände ruhig stehen bleiben dürfen. Bei den Herbstgemüsen lohnt es sich dagegen, noch etwas Geduld zu haben. Grünkohl, Mangold, Pak Choi und verschiedene Salate können je nach Wetterlage weiterhin wachsen und für frische Ernten sorgen.
Mein Balkongarten zwischen zwei Jahreszeiten
Der Oktober zeigt mir jedes Jahr aufs Neue, wie vielseitig ein Balkongarten sein kann. Da blühen noch die Tagetes in kräftigen Sommerfarben, während direkt daneben Grünkohl und Kohl wachsen. Die Malve überrascht mit einer weiteren Blüte, und Mangold, Pak Choi und Salat sorgen dafür, dass auch im Herbst noch etwas Frisches auf den Teller kommt.
Der Balkon verändert sich langsam, aber er ist noch lange nicht leer. Und während ich die letzten sonnigen Tage genieße, bin ich schon gespannt, wie lange das Herbstgemüse in diesem Jahr noch durchhält.









